• Die Gattung Varroa umfasst parasitisch auf Honigbienen lebende Milben aus der Familie Varroidae.

    Varroa jacobsoni .mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Oudemans, 1904

    Varroa jacobsoni Oudemans, 1904


    1 Namensherkunft



    Die Gattung ist nach dem römischen Gelehrten Marcus Terentius Varro (116–27 v. Chr.) benannt, der Schriften über die Landwirtschaft verfasste, lehrte und Bienen züchtete.

    2 Lebenszyklus und Entwicklung

    Die Gattung ist in allen Lebensstadien parasitisch und kommt niemals frei lebend, sondern ausschließlich im Inneren von Bienenstöcken, oder auf Honigbienen, vor.

    3 Verwechselungen


    Die Milben Varroa destructor wurden vor dem Jahr 2000 der bereits länger bekannten Art Varroa jacobsoni Oudemans, 1904 zugerechnet. Betroffen ist die Literatur zwischen 1952 und 2000.

    4 Lebensraum


    Milben der Gattung Varroa wurden erstmals 1904 auf Java entdeckt.

    Der ursprüngliche Wirt der Gattung Varroa ist die Östliche Honigbiene (Apis cerana). Die Ausbreitung war dadurch auf das tropische Ostasien beschränkt, zwischen Nepal und dem Pazifik. Nach dem Übergang auf die westliche Honigbiene, Apis mellifera, die in der Heimat von Apis cerana zeitweise in Kultur gehalten wurde, konnte sich die Varroa destructor invasiv ausbreiten.

    Durch molekulargenetische Untersuchungen von Varroamilben wurden unterschiedliche Stammlinien der Arten Varroa jacobsoni und Varroa destructor identifiziert, die verschiedene Teile ihres natürlichen Verbreitungsgebiets besiedeln. Nur zwei dieser Typen sind auf Apis mellifera übergegangen, von denen nur einer (der sog. koreanische Haplotyp) weltweit verschleppt worden ist. Die weltweit verbreiteten Milben sind, im Gegensatz zu denjenigen ihrer Ursprungsheimat, genetisch so uniform, dass sie als Klone betrachtet werden können.

    Heute ist Varroa destructor mit Ausnahme von Australien, wenigen Inseln und der Antarktis weltweit verbreitet. Die Art ist vor allem durch den Versand von Bienenvölkern und Königinnen verschleppt worden. Der erste Nachweis von der russischen Pazifikküste stammt von 1952, aus Japan von 1958. In Europa wurde sie zuerst 1967 in Bulgarien gefunden. Der erste deutsche Nachweis stammt aus dem Jahr 1977.

    5 Erkrankungen


    In Südostasien schädigen sie die Kolonien von Apis cerana kaum bis wenig. Gefährlich für die Population von Apis melifera ist nur ein Haplotyp. Die Milben können auch Viren übertragen.

    6 Artenliste

    Die Gattung Varroa enthält folgende Arten:

    • Varroa destructor Anderson & Trueman, 2000; Parasitiert Apis cerana u. Apis melifera
    • Varroa jacobsoni Oudemans, 1904; Parasitiert Apis cerana
    • Varroa rindereri de Guzman & Delfinado-Baker, 1996
    • Varroa sinhai (Delfinado & Baker, 1974)
    • Varroa underwoodi Delfinado-Baker & Aggarwal, 1987; Parasitiert Apis nigrocincta und Apis cerana nuluensis
    • Varroa wongsirii (Lekprayoon & Tangkanasing, 1991)

    7 Weblinks

    12px-Commons-logo.svg.png Commons: Varroa

    – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    14px-Wikispecies-logo.svg.png

    Wikispecies: Varroa

    – Artenverzeichnis